Wenn der stürmische Wind nicht wäre, könnte das Wetter nicht besser sein. Regen fällt vorwiegend nachts, und so gehen wir auf Entdeckungstour. Die Wanderung an das Ostende der Insel geht über 7 km und ist mühsam, belohnt uns aber mit beeindruckenden Bildern. Die Flut hat einige Priele mit Wasser gefüllt, sodass barfuß laufen angesagt ist. Vorbei an weiß leuchtenden Sanddünen, deren Licht sich durch die Schatten der vorüberfegenden Sturmwolken verändert und grünen Salzwiesen mit wilden Blumen und kleinen Wasserläufen, schiebt uns der Westwind immer weiter nach Osten. Die offene Landschaft wechselt dabei ständig ihre Form und Farbe. Die Wiese leuchtet zartlila vom Strandflieder, der auf der Roten Liste steht und nur noch hier so weitläufig anzutreffen ist.
Am Inselende sind wir überwältigt: ein riesiger glattgeschliffener und leuchtender Muschelstrand empfängt uns, auf dem mittig das berühmt berüchtigte Wrack residiert, durch den Wind halb eingeweht. Und am nahen Strandufer sonnen sich Seehunde auf einer Sandbank 🙂 ich bin hin und weg. Die Nachbarinsel Baltrum scheint nur einen Steinwurf entfernt zu sein, so deutlich erkennt man die Siedlung auf der anderen Seite des Sunds.
Die 7 km zurück verlangen uns einiges ab, denn jetzt haben wir den starken Wind mit Sturmböen von vorne. Um die Speicher wieder aufzufüllen gibt’s dann noch Eis beim Italiener, obwohl wir schon vorher durchgefroren sind. Wat mut dat mut.
Ich muss noch ein paar Fotos von unserem Spaziergang vor zwei Tagen rund um das Vogelschutzgebiet am Südstrandpolder einfügen. Mit etwas Zeit und Geduld kann man dort viele Vögel beobachten, die sonst nicht so einfach zu sehen sind.
Es lässt sich viel entdecken auf Norderney.

















