Walter:
Carsten sitzt im Nachtzug von Stockholm nach Berlin. Ich sitze in einer Ankerbucht alleine auf dem Boot.
Bei achterlichem Wind von Stärke 4 bis 5 und Schärenslalom hatte ich Einhand ordentlich zu tun. Die Felsformationen werden immer schöner und sind teuflische Fahrwasserablenker. Dabei kein Steuermann, kein Tonnengucker an Bord. Neben der Mehrarbeit fehlt der Kumpel, mit dem man sich alles teilen und bereden kann. Obwohl ich zum Einhandsegeln neige, fehlen mir die zwei „Großen“.
Aber ich habe sie nonverbal und mit Plüsch gefiedert dabei: Carsten II & Roland II. Da wird das Vermissen etwas abgefedert. Zudem trinken sie mir nicht die Bierdosen weg 😉.
Mein Wunschziel ist, in einer Woche Gävle zu erreichen. Das liegt nördlich von Stockholm. Dort soll dann endlich Kerstin anheuern. Aber 200 sm bei angesagtem Nord-Ost-Wind machen das Erreichen nicht sicher. Morgen geht‘s durch den Draget-Kanal. Ankeralarm für die helle Nacht ist eingeschaltet. So weit so gut.
Hoffen wir, dass Carsten diese Nacht seine langen Haxen ausstrecken kann und das Schienengeratter als sanfte Wellen empfindet …

