Walter:
Nach einer etwas nervigen Nacht – hält der Anker im Schlamm, (ich musste das Boot abends im gut gefüllten Ankerplatz umlegen, weil Salida dem Ankernachbar zu Nahe kam) – ging’s morgens etwas später weiter.
Geplant war, knapp 40 sm Kielwasser hinter sich zu lassen. Es war aber der Tag der zwei Gesichter. Die erste Hälfte war die Wohlwollende. Die Fahrt ging im Sauseschritt unter Segeln. Die Zweite war eine Fratze. Der Wind blies platt von vorne. Ich kreuzte auf, doch Wind und Welle wurden immer stärker bzw. höher. In der Kajüte schepperte es gehörig. Mein Müslitopf flog aus der Spüle rüber in das WC. (Der Klodeckel war Gott sei Dank zu 🙏).
Ich schaffte die Wende nur mit Mühe, so viel Druck kam auf die Genua. So wird das nichts. Motor an und unter Volldampf gegen Wind und Welle. Der Windmesser stieg auf über 30 kn (Windstärke 7). Da musste die nächste Ankerbucht daran glauben. Der Name klang verlockend: „Finnhamn Paradisviken“.
Was mir erst später klar wurde, dass heute Freitag ist und morgen das Mittsommerfest in Schweden gefeiert wird. So finde ich die Bucht rappeldichte voll vor und musste mal wieder eine enge Lücke zum Ankern ergattern. Beim dritten Mal herumzirkeln klappte es endlich.
Jetzt mache ich mir eine warme Bootsmatschepampe (Linsen aus der Pappschachtel, Erbsen und Möhren aus dem Glas, Tunfisch aus der Dose und Eier 🥘) und lasse es mir gut gehen. Später gibt’s noch einen Kräuter gegen die Kälte da oben. 🥶





