16.532 Schritte durch Vaasa

Letzte Nacht erreichten uns doch noch einige Gewitter und heute  früh wurden wir von jaulenden Windböen und prasselndem Regen geweckt. Da bekam die Salida vorsichtshalber noch eine zusätzliche Leine verpasst, bevor wir uns auf den Weg in die Stadt machten. Vaasa ist doch schon eine größere Stadt, haben wir heute gemerkt, das Stadtzentrum eher überschaubar, aber mit deutlich mehr Großstadtflair.

Gegründet wurde die Stadt 1606 vom schwedischen König Karl IX. WASA unter dem schwedischen Namen Vasa. Man sieht heute noch überall die drei verschiedenen Schreibweisen nebeneinander. Wie so viele andere finnische Städte ist auch Vaasa im 19. Jahrhundert fast komplett abgebrannt. Es gibt heute nur noch wenige Holzhäuser, aber architektonisch sehr schöne Bauten aus der Zeit nach dem Brand. Was mir auffällt, sind die vielen Skulpturen und Denkmäler in der Stadt. Am Marktplatz findet man die alte Markthalle, die zurzeit leider größtenteils leer steht. Es gibt noch ein Café, ein thailändisches Restaurant und einen Fischstand. Aber alles extrem teuer. Trotzdem sind wir eingekehrt und haben sehr leckeres Marzipan-Mandel-Gebäck zum Kaffee genossen.

Dass Vaasa die sonnigste Stadt Finnlands sein soll, können wir heute leider nicht bestätigen. Die mächtigen Windböen und Schauer haben uns dann auch mal ins Innere einer Galerie und eines Museums geführt. Im Ostrobothnian Museum war gerade eine Ausstellung einer einheimischen Künstlerin (Inkeri Julkunen) zu sehen, die uns sehr gut gefallen hat. Aber auch die „klassischen“ Abteilungen des Museums, die der lokalen Geschichte und Volkskunst gewidmet sind, waren sehr interessant und sehenswert. 
Shoppen in Finnland finden wir etwas schwierig. Es gibt keine Trödelläden und auch sonst ist es eher „beliebig“. Und natürlich sauteuer. Ich habe zum Beispiel in einem Laden eine schöne Basttasche gesehen, die ich für um die 20 EUR (mein Preis im Kopf) gekauft hätte. Da musste leider noch eine Null drangehängt werden und so blieb die Tasche im Geschäft. Umso schöner, dass dann doch noch ein Stehrümchen, Keramik-Schnapsgläser mit Rentier, Tshirt und Ohrringe in meinen Besitz gewandert sind. 
Am Abend erleben wir auf dem Boot nach dem Abendessen noch ein paar schöne Lichtspektakel, bevor die Sonne untergeht. Es wird nachts nun auch schon wieder bedeutend dunkler.