Das ist unser Schiff

Ganz stolz läuft der zweijährige Jakob auf dem Steg zielsicher zur Salida und strahlt „Das ist unser Schiff.“ Für ihn, seinen sechsjährigen Bruder Phillip und ihre Eltern geht heute ein Abenteuerurlaub zu Ende. Mit 6 Personen waren wir zwar platzmäßig am Limit, sind aber erstaunlich gut klargekommen. Nach einem Eingewöhnungstag in Delfzijl (wegen Shitwetter) ging das Abenteuer Mastroute in der ersten Etappe nach Groningen. Die Durchfahrt durch die Stadt klappte dann aber erst einen Tag später, da die letzte Brückenöffnung bereits um 15:30 Uhr war und für uns zu früh. Also mitten in der Stadt im Hafen anlegen und mit den Kindern einen Stadtbummel machen, Eis und Kletterturm inklusive.

Am nächsten Morgen fuhren wir im Konvoi von 10 Booten durch die Stadt. Ca. 20 Brücken waren zu passieren, die entweder aufgeklappt oder zur Seite gedreht wurden. Eine spannende Geschichte, nicht nur für die Kleinen.

Nach der Stadt wurde es ländlich und wir konnten am Ufer Schafe, Kühe, und unzählige Gänse und Enten sehen. Unseren Übernachtungshafen in Zoutkamp erreichten wir über eine Schleuse, in die tatsächlich 10 Boote hinein passten. Das hätten wir nicht gedacht. Da mussten man auch kaum noch Leinen festmachen – ein Boot hielt das andere. Der Hafen war sehr idyllisch mit einem kleinen Spielplatz und wenig Trubel. Die meisten Boote fahren daran vorbei, da er nicht sehr tief ist. Für die Salida hat’s gerade gereicht. 

Die 3. Tagesetappe brachte uns dann direkt nach Lauwersoog an der Nordseeküste und wir konnten im Nationalpark Lauwersmeer sogar ein Stückchen segeln. Sehr zur Freude von Groß und Klein begrüßten uns am Ufer eine Herde Konik-Pferde  und schottische Hochlandrinder. Wir fuhren nicht durch die Seeschleuse, sondern legten am Innenhafen direkt hinter dem Wattendeich an. Nach Schiermonnikoog segeln war mit unseren 1,50 m Tiefgang leider keine Option. 

Unweit vom  Hafen fanden wir am Lauwersmeer ein Kinderparadies vom Feinsten. Spielplätze, Wiese, Strand – genau das Richtige bei dem sonnigen Sommerwetter am Wochenende. Den ganzen Tag wurde gespielt und gebadet und abends sogar noch bei einem Kinder-Workshop Trommeln gelernt. Schade nur, dass man in Lauwersoog gar keinen Zugang mehr zur Nordsee hat. Der kleine Strand ist einer Großbaustelle zum Opfer gefallen und so konnten wir den Wattspaziergang leider nicht machen, sondern „nur“ Schiffe im Hafen angucken. 

Ab morgen müssen wir uns dann wieder an die Stille und viel Platz auf dem Boot gewöhnen 😉

Wir fahren weiter die Staande Mastroute nach Dokkum.